(Classic) Amorphis – Tales From The Thousand Lakes

David Timsit

Label: Relapse Records
Spielzeit: 39:53

„Tales From The Thousand Lakes“ ist das beste Beispiel dafür wie wichtig für ein Album die Gesamtwahrnehmung des Werkes ist. Es sind nicht nur die bisweilen recht dissonanten Kompositionen, die dem Klassiker seinen legendären Status einbrachten. Es sind die Emotionen, welche sich von Artwork über die eigene Produktion bis hin zu dem nasalen Clean-Gesang in jedem Detail über alles erhoben, das man als Death Metal Hörer der frühen 90er gewohnt war. Aus heutiger Sicht mögen die folkigen Melodien und das kokettieren mit der finnischen Heimat nichts außergewöhnliches mehr sein. Damals war es nahezu ein Alleinstellungsmerkmal.
Die Hit-Dichte war bei der folgenden „Elegy“-Scheibe sicher höher, aber „Tales From The Thousand Lakes“ ist das magischere Werk und entfachte seine größten Stärken, sobald es in progressive Gewässer abtauchte. Wenn auf „The Castaway“ die Gitarren am Ende beginnen sich in scheinbares Möwengeschrei zu verwandeln und Amorphis das Korsett des Death Metal ablegen, entstehen die bewegensten Momente. Diese jedoch würden ohne den rohen und wilden Kontrast nicht ihre ganze Schönheit entfalten. Eine Band ist meist dann am stärksten, wenn sie sich am Scheidepunkt von Naivität und Erwachsenwerden befindet.
Für eine ganze nachfolgende Generation an finnischen Folk Metal Bands dient „Tales From The Thousand Lakes“ bis heute als Referenzwerk. Qualitativ mag die Szene bis heute weiterhin großartiges hervorgebracht haben, die Einzigartigkeit und Authentizität, welche nur Pionieren vorbehalten ist, bleibt jedoch unerreicht.

9/10

www.amorphis.net
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