Mundtot – Spätsommer

David Timsit

Label: Echozone
Spielzeit: 43:28

Grundsätzlich würde man hinter dem harschen Bandnamen einen NDH / Industrial Vertreter erwarten, doch bereits bei den ersten Worten von Sänger Tino wird klar, dass MUNDTOT nicht so einfach zuzuordnen sind. Wo der Opener „Endzeit“ durchaus noch eine Club-Atmosphäre besitzt, wird im Verlauf des Albums zunehmend deutlich, dass die Band einen ausgeprägten Indie-Background mitbringt. Der rockige Retro-Gitarrensound lässt den Alternative-Rock der 90er durchklingen, die Synth-Untermalung geht gar noch ein weiteres Stück zurück und zitiert hier und da klassischen 80er Wave-Sound. Will man überhaupt einen NDH-Vertreter zum Vergleich heranziehen, kommt einem die kontroverse Truppe Weissglut in den Sinn. Speziell in beschwörenden Momenten wie „Felsenfest“.
Leider fehlt es dem Sound durchgehend etwas an Dichte und Tiefe, so dass die angestrebte düstere Atmosphäre produktionstechnisch nicht ausreichend unterstützt wird. Songs wie die Video-Auskopplung „VirusMensch“ hätten durchaus von einem moderneren Klanggewand profitiert.
Kompositorisch wandelt man zwischen Licht und Schatten. Einige Tracks wie „Lebensleid“ und der angesprochene „VirusMensch“ sind catchy und funktionieren prima, andere schweben etwas in der Luft und lassen die Pointe vermissen.
Unterm Strich ist das Album ein Anspieltipp für Hörer in der Schnittmenge zwischen Gothic & Alternative. Wer hingegen aufgrund des Bandnamens ein modernes Düster-Metal Brett erwartet, sollte sich vielleicht lieber an anderer Stelle umsehen.

7,5/10

http://mundtot.net/
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