Grave Digger – Home At Last (EP)

David Timsit

Label: Napalm Records
Spielzeit: 24:57

Als Vorgeschmack auf das am 31.08. erscheinende Album „Clash Of The Gods“ veröffentlichen GRAVE DIGGER zum Ende des Monats eine umfangreiche EP mit der Auskopplung „Home At Last“, zwei B-Seiten und drei Live-Tracks.
Bei dem kommenden Album handelt es sich um das Zweitwerk in der neuen Besetzung mit Axel Ritt an der Gitarre. Der Vorgänger krankte noch an einem sterilen Gitarrensound und der Abwesenheit echter Ohrwürmer, so dass diese EP einen ersten Prüfstein hinsichtlich der Klasse des Line-Ups darstellt. Die Frage lautet also – kann das Duo Boltendahl / Ritt nach dem ersten mauen Versuch an die Qualität früherer Besetzungen anknüpfen?
Der Titeltrack ist aus songwriterischer Sicht jedenfalls die Nummer, welche dem letzten Album gefehlt hat. Mit einer guten Hook, reduziertem Arrangement und den typischen Trademarks der Ruhr-Metaller ausgestattet, reiht sich der Song mühelos in die Riege der Band-Klassiker ein. Der Sound hingegen ist eine mittelschwere Katastrophe für eine Heavy Metal Band. Die Gitarren sind komplett undergained, der Mix hat starke Überbetonungen im Bassbereich und wenn es überhaupt klangliche Eingriffe im Mastering gab, dann nur sehr rudimentär. Es ist erfreulich, dass sich die Musiklandschaft zunehmend darauf geeinigt hat dem Loudness War abzuschwören, wenn aber das Ergebnis eierlose Produktionen sind, wie in diesem Fall oder bei der letzten Grand Magus geschehen, dann doch lieber laut und komprimiert.
Die beiden B-Seiten „Rage Of The Savage Beast“ und „Metal Will Never Die“ können das kompositorische Niveau erwartungsgemäß nicht halten, wobei letzteres ab 0,5 Promille sicher einen gewissen Unterhaltungsfaktor hat.
Die drei Liveaufnahmen wurden beim Wacken 2010 mitgeschnitten und für die EP mit mindestens einer zusätzlichen Gitarrenspur versehen. Wenngleich der Sound hier etwas stimmiger ist, lässt sich feststellen, dass Herr Ritt eine Vorliebe für brätzige Sounds hat. Das klang speziell bei dem früheren Axtmann Uwe Lulis, aber auch zuletzt bei Manni Schmidt deutlich schnittiger.
Unterm Strich ist bei den neuen Songs ein deutlicher Aufwärtstrend im Songwriting erkennbar. Die Songs wirken weniger verkopft und kommen direkt auf den Punkt. Live dürfte sich das Material nahtlos in das Set integrieren, auf Konserve hingegen verhindern o.g. Defizite im Klangbild einen ungetrübten Hörgenuß. Wer noch eine Weile auf das Album warten kann und nicht jede B-Seite der Band braucht, verpasst hier nichts weltbewegendes.

7/10

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