Katatonia – Dead End Kings

David Timsit

Label: Peaceville
Spielzeit: 48:42

Die musikalische Reise der schwedischen Dark Metal Institution KATATONIA ist eine der spannensten in ihrem und allen verwandten Genres. Von den ersten Gehversuchen als Death/Doom-Metal Band bis hin zu den innovativen Stil-Ikonen, welche sie spätestens seit „Viva Emptiness“ darstellen, liegt ein langer Weg. Die Entwicklung von Album zu Album ist nachvollziehbar und faszinierend. Kaum eine andere Band versteht es heutzutage Technik und Seele derart in Einklang zu bringen und Denker wie Rocker gleichermaßen anzusprechen.
Trotz aller Überraschungen, die jedes Album bietet, gibt es eine Konstante auf die man sich verlassen kann – Qualität. „Dead End Kings“ macht hier keine Ausnahme. Bereits „The Parting“ lässt aufatmen – ein wunderbarer Track im „Viva Emptiness“ Stil mit allen Band-Trademarks. Das vertraute Gefühl setzt sich bei den folgenden Songs fort und gipfelt in dem Übersong „Buildings“. Und doch ist etwas anders. Eine verspielt-progressive Verzierung zieht sich wie ein verschnörkeltes Ornament durch alle Songs des Albums und verleiht der Musik eine angenehm organische Note. Erste ungewohnte Klänge ertönen bei dem Singer-/Songwriter Anfang von „Leech“, der mit einer interessant gereift klingenden Stimme von Renske überrascht und eine unerwartet jazzige Rhythmik besitzt. Ein Highlight, das alle Lehrbuch-Formeln eines Hits ignoriert.
Tendierten die beiden letzten Veröffentlichungen der Schweden immer mehr in eine kühlere, elektronisch angereicherte Variation des typischen Bandsounds, stellt „Dead End Kings“ unterm Strich eine Rückkehr zu organischeren, rockigeren Klängen dar. Spontanität und Spielfreude scheinen vermehrt zurückgekehrt zu sein. Der kreative Krampf der „Night Is The New Day“ Sessions ist offenbar verflogen und macht Platz für luftige Offenheit. Katatonia legen ihren mysteriösen Schleier zugunsten von mehr Intimität ein Stück weit ab. Nicht ohne sich bei Bedarf gezielt in den Nebel zurückzuziehen, versteht sich. Was ein wenig auf der Strecke bleibt, sind die ganz großen Refrains der Marke „Evidence“ oder „My Twin“. Ansonsten eine uneingeschränkte Empfehlung für alle Fans der Band und progressive Naturen.

9/10

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