TBC – The Rise

David Timsit

Label: STF-Records
Spielzeit: 46:09

Dass Österreicher einen Hang zur Melancholie haben, ist mir nicht erst seit der neuen TBC Scheibe „The Rise“ bekannt. Allzu viel Tiefe und Schwere sollte man in diesem Fall allerdings nicht erwarten. Die fünf Damen und Herren mischen auf ihrem zweiten Album vorrangig diverse Trademarks von Bands wie Nightwish, Die Apokalyptischen Reiter oder Epica zusammen. Gesanglich erinnert das Duo Natascha und Steve ebenfalls häufig an Marco Hietala & Tarja Turunen. Sehr deutlich zu hören zum Beispiel bei „Crystal Bride“. Die beiden machen, bis auf Nataschas deutlichen Akzent, technisch einen ordentlichen Job. Leider steht dem ein einfallsloses Songwriting und ein etwas dünner Sound gegenüber. Was im Ansatz episch gemeint ist, klingt somit in der Praxis überwiegend cheesy. Das ist schade, da es auch bei der Instrumentalfraktion nicht an technischen Fähigkeiten mangelt. Die Genre-Referenzen haben mittlerweile jedoch einen derart hohen Standard vorgegeben, dass eine handwerklich solide Imitation dieser Bands alleine niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt. TBC stolpern von Song zu Song über ihren eigenen Anspruch und lassen, neben einer eigenen Duftmarke, die nötige Ruhe und Leichtigkeit vermissen. Immer wieder verraten angestrengte Gesangspassagen und holprige Arrangements, dass die Band hier offensichtlich an ihrem derzeitigen Limit agiert. Erst gegen Ende lässt ein Track mit dem Namen „Lake Of Sorrow II“ aufhorchen. Ein crunchy Gitarrenlick paart sich mit tiefen Vocals und einer 70s Hammond-Orgel. Da bricht das steife Korsett mal auf und man spürt die Spielfreude der Band förmlich am eigenen Leib. Schade, dass TBC nicht mehr von Songs von dieser Sorte in der Pipeline haben. So kehrt der offiziell letzte Track des Albums, „Rush Of Antilogy“, zum alten Schema zurück, auch wenn sich zwischenzeitlich eine längere Passage im klassischen Bay Area Stil breit macht. Unterm Strich ist aber auch dieser Track von einer höheren Qualität als der Beginn der Scheibe. Womöglich sollten sich TBC künftig weniger auf vermeintliche Gassenhauer konzentrieren und mehr Alben-Songs schreiben. Der Qualität käme es jedenfalls zugute.

6/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s