Ashes You Leave – Allen Widerständen zum Trotz

Bereits seit 1995 sind ASHES YOU LEAVE im Namen des Dark Metal unterwegs. Die Kroaten konnten in dieser Zeit speziell hierzulande punkten und bringen ihr kommendes Album erneut über ein hiesiges Label heraus. Kein Wunder, ist Deutschland doch nach wie vor ein Mekka für Gothic- & Metal Bands weltweit. In ihrem Heimatland sieht es jedoch ein wenig anders aus, wie Bassist Luka Petrovic berichtet.

Es ist eine langsam wachsende Szene. Noch vor ein paar Jahren waren wir die einzige Female Fronted Band und es gab auch nur eine Handvoll anderer Bands, die man als Gothic bezeichnen konnte. In den letzten Jahren tut sich langsam etwas und es sind neue Bands wie bspw. Omega Lithium und Downcast Art hinzugekommen. In Richtung Doom Metal ist mir jedoch keine andere Band in Kroation bekannt.

Euer Album nennt sich „The Cure Of Happiness“. Warum und von was muss Freude eigentlich geheilt werden?

Muss sie natürlich nicht. Lyrics zu schreiben ist einfach meine Art und Weise Dampf abzulassen. Seit dieser neuen, großen Rezession ist mir aufgefallen, dass viele Menschen beginnen depressiv, auto-destruktiv und lethargisch zu werde. Ich nutze all diese negative Energie um mich herum auf produktive Art und Weise. Deshalb ist es ein sehr düsteres und persönliches Album geworden, welches mir hilft über diverse Dinge hinwegzukommen. Dahingehend finde ich, dass der Titel perfekt passt.

Also bist du hauptverantwortlich für die Lyrics in der Band. Habt ihr denn auch einen Haupt-Songwriter oder löst ihr das demokratisch?

Das Songwriting teilen sich Berislav, Mart, Matija und ich. Jeder von uns bringt seine Parts in das Bandgefüge ein, dann jammen wir, arrangieren und schrieben sie um, bis am Ende ein Song daraus entsteht.Wir besitzen ein kleines Studio namens „The Dungeon“, in welchem wir die Demos aufnehmen und jeden Song im Detail durchgehen, bevor wir ein Album in einem größeren Studio aufnehmen.

Zwischen eurer letzten Scheibe und dem Album „Songs Of The Lost“ und dessen Vorgänger „Fire“ liegt eine stattliche Lücke von neun Jahren. Damit habt ihr sogar Wintersun überboten. Hattet ihr euch vorübergehend getrennt oder was war der Grund für so eine lange Schaffenspause?

Das ist nicht ganz korrekt. „Fire“ kam 2002 raus und „Songs Of The Lost“ Mitte 2009. Also knapp sieben Jahre. Wir promoteten „Fire“ zwischen 2003 und 2005. Als wir begannen am nächsten Album zu arbeiten, war uns klar, dass Morbid Records nicht mehr das passende Label für uns war. Also buchten wir das Studio ohne Plattenvertrag und dann passierte auch noch das undenkbare – Marina und unser Drummer beschlossen derweil die Band zu verlassen. Da wir alle nicht von der Musik leben können, kommt jedes Bandmitglied zwangsläufig mal an den Punkt, an dem er sich fragen muss wie er das Musik machen mit dem privaten Leben in Einklang bringen kann. Zu dem Zeitpunkt dachten wir es sei vorbei. Aber wir trennten uns nicht und so nahmen die verbliebenen Bandmitglieder das Album selbst auf. Glücklicherweise fanden wir kurz darauf Ersatz. Aber ein weiteres Jahr verstrich, in welchem wir ein passendes Label für uns suchten. Als Liveband waren wir jedoch durchgehend aktiv.


Sowohl im Bezug auf die Besetzung, als auch musikalisch erinnert ihr mich ein Stück weit an My Dying Bride. Würdet ihr sagen die Engländer sind euer größter Einfluss?

Ernsthaft – nein! In den ganz frühen Jahren war es ein großer Einfluss, aber ich konnte damals der Behauptung schon nicht zustimmen, dass wir wie sie klingen. Alleine Dunja, unsere originale Sängerin und eine exzellente Flötenspielerin, machte einen großen Unterschied. Zudem fließt ein Teil unserer Landesfolklore in die Musik mit ein, so dass wir von Anfang an unseren eigenen Sound hatten. Ohne My Dying Bride würden wir vielleicht nie Doom-Einflüsse in unseren Songs verbauen, aber wir distanzierten uns bereits ab unserem dritten Album von derlei Vergleichen.

Meiner Meinung nach hätte „The Cure Of Happiness“ eine etwas aggressivere und dreckigere Produktion vertragen können. Das Album klingt doch sehr aufgeräumt und steril. Bist du denn selbst mit dem Sound glücklich?

Ich denke danach ist man immer ein Stück schlauer, aber unterm Strich bin ich recht zufrieden mit dem Ergebnis, zumal wir den von uns gewünschten Charakter erreicht haben. Persönlich bin ich kein Freund von modernen Produktionen. Die Bands klingen alle ähnlich und überproduziert. Mir war es wichtiger diesen organischen Vibe und die echte Dynamik einer Band einzufangen. Deshalb verzichteten wir auf heutige Produktionstechniken wie allerlei Gitarren-Overdubs, exzessives editieren und digitale Effekte. Die Band sollte auf dem Album klingen, wie sie auf der Bühne klingt. Abgesehen von einigen Backing Vocals und ein paar zusätzliche Violinen-Parts haben wir also nichts aufgenommen, das wir live nicht reproduzieren könnten. Das ist vielleicht nicht so ein geschickter Schachzug im heutigen Musikbusiness, aber es ist etwas das wir genau so umsetzen wollten.

Wo wir gerade beim Thema Bühne sind – wann kann man euch im deutschsprachigen Raum wieder live sehen?

Die Promotion für das Album beginnt ab Dezember. Ausgiebige Touren sind nicht geplant, aber wir werden auf jeden Fall ein paar größere Festivals nächsten Sommer spielen.

Okay, danke dir soweit. Gibt es sonst noch etwas das du unseren Lesern mitteilen möchtest?

Ich bedanke mich für die Interview-Gelegenheit und bei deinen Lesern für ihre Aufmerksamkeit. Ich möchte euch allen nochmal unser kommendes Album „The Cure For Happiness“ ans Herz legen, welches am 29. November über Rock ‚N‘ Growl Records erscheint. Keep the doom flame alive!

David Timsit

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