Kamelot, Xandria, Triosphere & Blackguard (Köln, Essigfabrik – 18.11.2012)

Wer sich im Vorfeld noch Sorgen um die Rest-Attraktivität von KAMELOT machte, die sich nun ohne ihr langjähriges Aushängeschild Roy Khan am Mikro beweisen müssen, wurde an diesem Abend bereits zum Einlass eines besseren belehrt. Die Schlange vor der Essigfabrik reichte nahezu bis zum Horizont und erinnerte an beste Rock ‚N Roll Zeiten.

Gleiches galt auch für das eingereihte Publikum – während sich KAMELOT durch Tommy Karevik um einige Jahre verjüngt haben, dominierte beim Kölner Publikum die Farbe grau im Haupthaar.
Einen Pressezugang gab es in der Essigfabrik übrigens nicht. Weder am Einlass, noch in der Halle. Die ersten Klänge von der kanadischen Folk Metal Band BLACKGUARD vernahm ich von daher lediglich von außen. Das was ich anschließend von den Jungs noch zu sehen bekam, war allerdings mehr als ordentlich. Speziell der muskelbepackte Frontmann Paul Zinay ist eine echte Rampensau. Die Band präsentierte sich hungrig, entfesselt und brillierte technisch. Dies brachte ihnen letztlich mehr als nur Höflichkeitsapplaus ein. Das nächste Mal darf die Band gerne einen Slot höher im Billing rutschen.

Die nachfolgenden TRIOSPHERE konnten die Steilvorlage nicht ganz verwandeln. Die Band hat aber durchaus Charme. Bassistin und Sängerin Ida Haukland beweist, dass Female Fronted Metal auch anders geht. Deren progressiv angestrichener Power Metal kam bisweilen zwar etwas altbacken daher, hatte aber immer wieder seine Höhepunkte.

XANDRIA, die ihrer Karriere kürzlich mit einem Nightwish-Soundalike Album die lange ausgebliebene Intialzündung verpassten, stießen somit auf ein aufgewärmtes und erwartungsvolles Publikum. Doch deren anschließender Auftritt drängte dann eher die Frage auf: Kann man ‚too much‘ sein und gleichzeitig zu wenig bieten? Der aufgeblähten Zuckerguss-Performance der Kappelle nach zu urteilen – ja. Im Gegensatz zu den leidenschaftlichen Performances der vorangegangenen Bands, wirkte die Truppe rund um Manuela Kraller wie eine Kirmes-Veranstaltung: Laut, billig, aufgebläht und auf den schnellen Effekt abzielend. Das freundlich gesinnte Publikum zeigte sich jedoch nicht wählerisch und nahm den aufgesetzten Zirkus wohlwollend, wenngleich nicht euphorisch, an.

Ja und KAMELOT – die haben auch gespielt. Da man dem Verfasser dieses Artikels in der Essigfabrik, trotz Pass, den Zugang zum Fotograben, mangels um den Hals gehängter Statussymbole, verwehrte, entschloss dieser sich die Veranstaltung vorzeitig zu verlassen und die Location künftig zu meiden. Ihr hättet an dieser Stelle sicher auch lieber gelesen wie Tommy Karevik sich auf seiner ersten Europatour machte. Ich bitte deshalb um Spenden für eine dicke Pimmelkamera und um Aufnahme in die Geheimgesellschaft siamesischer Fotografenzwillinge. Fotopässe alleine sind, zumindest in der Essigfabrik, leider nichts mehr wert.

David Timsit

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