Lacrimas Profundere – Antiadore

487_Lacrimas Profundere

David Timsit

Label: Napalm Records
Spielzeit: 46:37

Da es sich LACRIMAS PROFUNDERE seit einiger Zeit bequem in der Gothic Rock Nische eingerichtet haben, mag bei manch einem die Erinnerung daran verblasst sein, dass die Band grundsätzlich ein größeres Repertoire zu bieten hat, als in den vergangenen Jahren zur Schau gestellt. Scheinbar ist nun irgendeine Form von Ruck durch die Band gegangen, denn das neue Material geht eindeutig zackiger und teils gar schwermetallisch zur Sache.
Bereits der Opener überrascht mit einer kurzen Einlage von Screams und Growls. Schnell fällt auf, dass sich speziell Frontman Rob Vitacca ordentlich weiterentwickelt hat. Wer die Band zuvor wegen Dauergeknödel auf Albumlänge gemieden hat, sollte ihr vielleicht nochmal eine Chance geben. Rob agiert stimmlich zwar nach wie vor am liebsten in dunklen Gefilden, legt aber eine wesentlich größere Versatilität hinsichtlich Phrasierungen und Modulation der Töne an den Tag. Hin und wieder geht es diesmal auch 1-2 Oktaven nach oben, was für schöne Gänsehaut-Momente sorgt. Die gute Produktion, welche deutlich präziser und räumlicher als der Vorgänger klingt, unterstützt ihn hierbei gekonnt mit schöner Herausarbeitung der Sweet Spots seiner Stimme.
Auch an der Saitenfront hat sich einiges getan. Das Duo Oliver Nikolas Schmid und Tony Berger zeigt, dass es mehr drauf hat als einfache Powerchords zu Keyboardteppichen runterzuschrammeln. Trockene Riffs, feine Wah-Wah Verzierungen und cleane Layer verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen mit Rhythmus-Front wie Backing Tracks und vermitteln so den Eindruck von mehr Filigranität.
Neben aller Heaviness, die Songs wie „Abandon“ oder „Remembrance Song“ auszeichnet, öffnen sich Lacrimas Profundere mit „Antiadore“ gleichermaßen Mainstream-Gefilden. Songs wie das dezent an 30 Second To Mars erinnernde „Head Held High“ und das Stadion-kompatible „Still In Need“ sprechen sicher nicht nur Gothic Rock Fans an.
Für eine Band, die nicht erst seit gestern dabei ist, kommt „Antiadore“ erstaunlich frisch und hungrig daher. Man merkt, dass die Herren noch was vor haben. Dark Rocker können sich den 24.05. schon mal vormerken. Im Gegensatz zur neuen Him ist die Lacrimas-Scheibe Pflichtprogramm!

9/10

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