Devariem – Die neue Hamburger Thrash-Schule

Devariem

Während die klassische deutsche Thrash-Kultur in dieser Festivalsaison gebührend gefeiert wird, sind es hierzulande dennoch US-Vorbilder von Bay Area bis Neo-Thrash, die dem Nachwuchs heutzutage als Inspiration dienen. So auch bei DEVARIEM  – mit fetter Breitseite und monströsem Brachial-Gesang ausgestattet, soll die Metal-Welt von Norddeutschland aus nun im Sturm erobert werden.

Komplett spurlos gingen die hiesigen Vorbilder an Hauptsongwriter und Interviewpartner Benjamin dennoch nicht vorbei: „Kreator sind für mich sogar einer meiner größeren Einflüsse. Generell sagen viele, dass DEVARIEM von Machine Head und Exodus beeinflusst sind, was soweit auch stimmt. Jeder bringt dazu aber auch nochmal seinen eigenen Background mit. Unser Drummer Joe zum Beispiel, der als großer Death Metal Fan gerne mal einen Blastbeat unter die Riffs haut, oder unser Sänger Alex. Sein Gesang ist definitiv unser größter Wiedererkennungswert. Er hat eine komplett eigene Art melodisch zu schreien. Das merkt man speziell bei Songs wie ‚Infyrno‘ oder ‚Casketeer‘. Er geht brutal ran wie ein Rob Dukes, doch lässt er genug Freiraum auch für eine gute Gesangsmelodie mit vielen Hooks im Stile eines Rob Halford.“ Die jungen Musiker, die bislang kaum nennenswerte Band-Erfahrung mitbrachten, erstaunen mit großer musikalischer Reife für eine 2009 gegründete Band. Dies dürfte auch der geschickten Wahl der Produzenten zu verdanken sein. Während die erste EP mit dem aufstrebenden Jung-Producer Lasse Lammert eingeholzt wurde, arbeitete man für das Debüt-Album mit Eike Freese von Dark Age zusammen, was sich laut Benjamin nicht mal wie Arbeit anfühlte: „Vom ersten Tag an war es wie ein sechstes Bandmitglied dabei zu haben. Ganz klar hat Lasse unserer EP einen brutalen und knackigen Sound verliehen, aber das was Eike da gemacht hat ist genau was wir wollten und wie DEVARIEM klingen soll. Das Ganze hat einen sehr warmen und voluminösen Sound, wir lieben es einfach. Somit ist auch ganz klar wo wir auch weiterhin unseren Sound abmischen lassen werden.“

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Und wie das nun mal so ist – wenn man mit den richtigen Leuten zusammenarbeitet ergeben sich weitere Gelegenheiten, die man natürlich beim Schopfe packte: „Der Kontakt mit Remedy Records entstand schon relativ früh. Unsere Freunde von der Organisation Mosh ‚N‘ Roll, welche junge Underground Bands in der Umgebung hier supporten, gaben Remedy unsere EP. Kurz darauf folgte eine Anfrage für das Metal Bash 2012. Eike war mit seiner Band Dark Age selbst einst bei dem Label und hat somit den näheren Kontakt zustande gebracht. Und wie es dann weiter ging sieht man jetzt ja. Durch die Zusammenarbeit ergeben sich eben nun viel mehr Möglichkeiten die Band und das Album in einem guten Licht zu präsentieren. Ebenso sind die Absatzwege für die CD nun weitaus umfangreicher.“ Was nun so routiniert klingt war jedoch nicht weniger, als der schönste Moment in der jungen Karriere der fünf Musiker: „Wir waren gerade mit den Aufnahmen fertig, saßen bei Eike im Hammer-Studio und hörten alle gemeinsam an. was wir da schufen. Am Ende hieß es von den Remedy-Leuten nur ‚wir machen das dann‘. Ich drehte mich nochmal zu Jan um und wir beide fragten uns gegenseitig ob wir das nun richtig verstanden hatten. Wir brauchten alle erst mal eine Weile um es zu realisieren. Wir sind einfach sehr stolz darauf.“

Nach so viel Studio-Action sehnt sich eine echte Thrash-Combo wieder nach Bühnenschweiß: „Wir sind gerade mit unserer Booking Agentur eine kleine Tour am planen. Jeder von uns arbeitet nebenbei noch, das macht es schwierig lange weg zu sein. Aber natürlich hat das absolut hohe Priorität. Währenddessen versuchen wir natürlich so viele Einzelgigs wie möglich zu spielen und im Sommer 2014 noch mehr Festivals mitzunehmen. Wir sind immer bemüht so viel wie möglich zu spielen und so vielen Metalheads wie möglich unser Material zu präsentieren.“

David Timsit

Anm. d. Autors: Eine ausführlichere Version dieses Interviews findet ihr in der aktuellen Legacy Ausgabe #85 am Kiosk eurer Wahl.

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