Anathema – Universal

Anathema-Universal

Label: KScope
Spielzeit: N/A

Anathema haben sich gerade die letzten Jahre als Live-Band hervorgetan. Hinsichtlich der Studioalben war der Band die Ernüchterung des letzten Jahrzehnts deutlich anzumerken. Man präsentierte sich rat- und motivationslos, veröffentlichte diverse Kompilationen mit Alternativ-Versionen älterer Tracks und drei DVDs. 2010 meldeten sich die Engländer dann endlich mit „We’re Here Because We’re Here“ nach einer siebenjährigen Pause mit einem Studioalbum zurück und legten zwei Jahre später mit dem vielfach abgefeierten „Weather Systems“ nach.

Die uns nun vorliegende Live-CD (auch als DVD geplant) hat somit nicht mehr den Filler-Beigeschmack einiger vorangegangener  Veröffentlichungen.  Zudem hat man nun eine Vielzahl herausragender Songs im Gepäck, die man noch nie zuvor als Live-Version festgehalten hat. Zudem handelt es sich nicht nur um irgendeinen Konzertmitschnitt, sondern um einen exklusiven Gig im „Ancient Theatre of Philippopolis“ – ein altes römische Theatron  Plodiv, Bulgarien. Die alte Kulturstätte überlebte einen Angriff von Attila dem Hunnen im fünften Jahrhundert und wurde erst in den 70er Jahren nach einem Erdrutsch in der Umgebung wieder entdeckt. Seither dient die Location als Auftrittsort für div. Theateraufführungen und Konzerte in den Sommermonaten. Begleitet wurde die Band bei diesem einmaligen Auftritt von dem Plovdiv Philharmonie-Orchester.

Die Tracklist stützt sich zu großen Teilen auf neuerem Material und einigen Klassikern gegen Ende des Sets. Der Schwerpunkt liegt auf epischen und atmosphärischen Songs wie „The Storm Before The Calm“, „Dreaming Light“ oder „Untouchable“. Mit „Thin Air“, „The Beginning And The End“ und „Flying“ haben es drei griffigere Nummer ins Set geschafft, auf die obligatorischen Klassiker der 90er muss man bei dieser Veröffentlichung jedoch verzichten. Zumindest auf dem CD-Teil der Veröffentlichung.

Der glasklare Klang setzt jedes Element hervorragend in Szene, der Mix lässt die Instrumente atmen und der Dynamik Platz sich dramaturgisch auszubreiten. „Universal“ ist ein ansprechender Release für Musik-Gourmets geworden, die Qualität und Stil zu schätzen wissen. Die luftige Melancholie der Scheibe muss man aber mögen – beinharte Rocker sind besser bei älteren Anathema-Releases aufgehoben, alle anderen greifen bedenkenlos zu.

9/10

David Timsit

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