ReVamp – Wild Card

revamp_wildcard

David Timsit

Label: Nuclear Blast
Spielzeit: 53:07

Mit After Forever erarbeitete sich Floor Jansen den Ruf als eine der besten Stimmen im Symphonic Metal Genre weltweit. Die hochgewachsene Niederländerin verfügt zudem über ein größeres Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten und Tonumfang, als die meisten ihrer Kolleginnen. Doch der Split der Band zog eine lange und belastende Burnout-Phase nach sich. In dieser Phase realisierte Jansen dennoch das REVAMP Debüt mit Waldemar Sorychta als Produzent und ihrem alten Bandkollegen Joost van den Broek als Co-Songwriter. Das Album erreichte in den Niederlande und Griechenland Chartsplatzierungen, aber aufgrund Jansens Erkrankung wurden die meisten Liveauftritte gestrichen. Aber wie es im Leben so ist – auf jedes Tief folgt wieder ein Hoch. Im folgenden Jahr wurde Jansen kurzfristig von Nightwish auf deren US-Tour eingeladen, um die kürzlich gefeuerte Anette Olzon aushilfsweise zu ersetzen. Mit frischem Drive und jede Menger positiver Energie ausgestattet, machte sich das Team um die symphytische Sängerin ans Werk den Nachfolger zu produzieren. Und dieser klingt in der Tat gelöster, organischer und lebendiger als das vergleichsweise steril und steif wirkende Debüt. Mit präsenteren Gitarren, mehr kompositorischem Mut und einer extrovertierteren Gesangsleistung nähern sich REVAMP hier an die Qualität an, die in der Schlussphase von After Forever einst erreicht wurde. Wie es auch für die Vorgänger-Band typisch war, umschifft die Truppe hier die meisten Kitsch-Fallen geschickt und schafft es Melodie und Härte mit weiblichem Gesang zu vermengen, ohne dabei süßlich-anbiedernd zu wirken. Die gelegentlichen Ausflüge in opereske Sopran-Gefilde sind sicherlich Geschmackssache, wirken aber sinnvoll eingebettet und nie aufgesetzt. Auf eine reine Ballade hat man diesmal verzichtet und stattdessen balladeske Elemente über das gesamte Material gestreut, was eine schöne Dynamik erzeugt. Die nuanciert eingesetzten Growls verleihen den Tracks immer wieder den nötigen Schub. Wenn man eines bemängeln möchte, dann vielleicht der Mangel an sich direkt erschließenden Ohrwürmern und einem gewissen Eindruck von Gleichförmigkeit gegen Ende hin. Das trübt den Gesamteindruck aber nur marginal. REVAMP beweisen mit Album Nummer Zwei, dass sie mehr sind als ein Übergangs-Projekt um eine Vorzeige-Sängerin herum. Das stabile Line-Up (lediglich der Bass-Posten wurde neu besetzt) unterstreicht diesen Eindruck. Von dieser Band wird man künftig noch mehr hören. Vorausgesetzt Floor Jansen bewahrt sich ihre Unabhängigkeit und verzichtet auf ein dauerhaftes Engagement in der Nightwish-Maschinerie.

8,5/10

CD bei AMAZON bestellen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s