Dark Age – A Matter Of Trust

DA-Trust

David Timsit

Label: AFM Records
Spielzeit: 42:04

DARK AGE stellen die Vertrauensfrage und dies zurecht. Denn eine stilistische Bandbreite, wie hier vorgelegt, verlangt doch ein wenig Flexibilität von den alten Fans. Zwar gab sich die Band jede Mühe, bereits in ihrer Social Media Arbeit eine organische Entwicklung zu schaffen, aber der Metal-Fan ist halt gerne mal verbohrter, als es mancher Band lieb ist.

Mit dem Opener machen es die Hamburger dem Hörer noch leicht. Die Leadgitarre zum Einstieg klingt vertraut nach den Melodic Death Roots der Band, doch gesanglich verzichtet man hier auf derlei Trademarks. Das darauf folgende „Afterlife“ klingt mit seinen 30 Second To Mars und Linkin Park Anleihen deutlich moderner. Wobei zumindest die dichten Gitarrenwände eine Abgrenzung zum Mainstream-Rock darstellen, mit dem hier geliebäugelt wird. Im weiteren Verlauf erkennt man dann wieder mehr und mehr mit welcher Band man es zu tun hat. Es scheint als schwanke man permanent zwischen sprudelnder Spielfreude und dem kopflastigen Anspruch mehr Hörer zu erreichen. Während „My Saviour“ bspw. einfach aus der Hüfte geschossen daherkommt, klingt das nachfolgende „Glory“ wieder nach einer Überdosis Jared Leto in der Produktionsphase, welcher offensichtlich als Vorbild für Eike Freeses cleane Gesangsarbeit diente. Noch stärker drängt sich diese Parallele bei „The Great Escape“ auf, das über weite Strecken sehr offen und poppig daherkommt. Wobei sich die Band in der zweiten Hälfte des Songs quasi selbst sabotiert und jegliche Single-Qualitäten mit einem abrupt einsetzenden Oldschool-Metal Part inklusive Fidel-Solo zunichtemacht.

Eigentlich ist „Matter Of Trust“ ein tolles Album, das einen großen Background der Musiker präsentiert, Rock- und Metal-Fans gleichzeitig anspricht, gute Hooklines bietet und eine logische Weiterentwicklung zu vorangegangen Werken darstellt. Aber es ist genauso weder Fisch, noch Fleisch. Es harmoniert in seiner Ambivalenz nicht mit der wesentlich konsequenter wirkenden, aktuellen Außendarstellung. Der bemüht modern wirkende Aspekt,  wird weniger von den tatsächlich modernen Momenten erzeugt, sondern durch den Kontrast, welcher von den stilistischen Überbleibsel der Vergangenheit ausgeht. Ob es am Mut fehlte den eingeschlagenen Weg konsequent zu Ende zu gehen, oder aber daran, dass die Band am Ende vielleicht doch zu viel Spaß am Metal hat, um in ad acta zu legen, ist von außen schwer zu beurteilen. Das Gefühl einer gewissen Unstimmigkeit bzgl. dieses Releases lässt sich aber nicht vom Tisch wischen.

7/10

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