Iced Earth – Plagues Of Babylon

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David Timsit

Label: Century Media
Spielzeit: 59:04

Es kommt nicht häufig vor, dass eine Band hauptsächlich durch ihre Live-Aufnahmen brilliert. ICED EARTH haben jedoch mit „Live In Athens“ und dem kürzlich veröffentlichten „Live In Ancient Kourion“ eigentlich keine Fragen mehr für die Nachwelt offen gelassen. Zumal Bandkopf Schaffer auf Studioalben gerne seinem Hang zur Überproduktion nachgeht und den hinteren Teilen seiner Alben oftmals die Luft ausgeht.

Das hier vorliegende Werk „Plagues Of Babylon“ ist das zweite mit Sänger Stu Block am Mikrofon, welcher hier noch mehr auf Matt Barlow getrimmt wurde, als bei seinem Debüt „Dystopia“. Verkehrt klingt das absolut nicht, nur ein wenig erzwungen. Was aber definitiv verkehrt klingt sind diverse Produktionsfehler, des in den Berliner NHOW Studios gemischten und von Schaffer selbst produzierten Werks.  So werden Snare-Schläge teilweise nicht akkurat getriggert und das Sample erklingt versetzt zum originalen Signal, bei dem Track „Cthulhu“ hat sich gar ein übler Schnittfehler im Gesang eingeschlichen und der Bass schwankt im Mischverhältnis gerne zwischen präsent und nicht vorhanden. In Zeiten wo Youtube-Newcomer  wie Ola Englund oder Justin White einer jungen Generation mit akribischer Präzision vormachen, wie man selbst mit Homerecording-Equipment State-of-the-art Ergebnisse erzielt, sind Profis angehalten zumindest mitzuziehen, auf jeden Fall aber keine fehlerhafte Arbeit in den Handel zu bringen. Abgesehen davon hat das Album durchaus Grower-Potential. Während beim ersten Durchgang das Einheitstempo und die permanenten Selbstzitate dazu führen, dass kaum etwas hängen bleibt, nimmt man die Songs im Laufe der Zeit zunehmend individueller wahr. Für sich alleine stehend sind Nummern wie „Plagues Of Babylon“, „Among The Living Dead“ oder „Cthulhu“ durchaus gelungen, im Albumkontext verschwimmen sie aber zwischen B-Tracks und immer gleichen Melodien und repetitiver Rhythmik.

So dürfte auch dieses Album das Schicksal vieler Werke aus dem Hause ICED EARTH teilen und allenfalls zwei bis drei Standards für die Liveshows generiert haben, während der Rest schnell in Vergessenheit gerät. Die Band täte gut daran ihre Formelhaftigkeit zukünftig auf den Prüfstein zu stellen und erst dann ein Album zu releasen, wenn man musikalisch wirklich genug zu sagen hat.

6,5/10

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Ein Gedanke zu “Iced Earth – Plagues Of Babylon

  1. Und da sind sie wieder, die kitschigen Chöre u. Refrains, die schon ganz besonders die „Something wicked pt.1 & 2 “ – Scheiben versaut haben.Nach der guten, wenn auch (soundmäßig) schlechter produzierten „Dystopia“, dachte ich eigentlich, es gehe wieder zurück zu den Wurzeln von Iced Earth – aber Jon Schaffer kann anscheinend nicht anders.Das war`s dann wohl, was die Studioalben angeht (für mich) – dann halt bestenfalls noch live .

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