Macbeth – Neo-Gothic Propaganda

McBeth

David Timsit

Label: Dragonheart
Spielzeit: 44:59

Ist das ein Dolch, was ich vor mir erblicke? Oder nur ein stumpfer Silberling? Geschwind wage ich den Selbstversuch. Wenigstens ist’s ein echter Silberling in erkalteten, digitalen Zeiten. Unkörperliches Blendwerk, fort! Und siehe da – Kessel brodelt, Feuer zischt. Das Produktions-Handwerk zeugt von gewissenhafter Qualität. Wäre da nicht der Sangesbarde – ein Blödling voller Klang und Wut. Was theatralisch hier vergeht im Mitleid mit dem Selbst, ist in all seiner Inbrunst nur ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht. Sein Stündchen auf der Bühn‘ und dann nicht mehr. Doppelt plagt euch, mengt und mischt – auch das Weib bleibt dem Klagelied nicht fern, umgarnt es mit mütterlichem, Trost spendenden Gemüt, so dass vom Zorne des Barden nichts mehr bleibt. Doch der badet sich erbost im Trommelwirbel, windet sich und schreit, will in erlähmender Fürsorge nicht ertrinken. Zu spät. Wie Kleister kleben Melodien honigsüß an Haut und Haar. „Domga“: Erstickte Klänge verlorener Leidenschaft aus trockener Kehle gepresst – ein Hauch von Leben und Befreiung auf den Lippen.  Dann wird es wieder matt. Ein Strohfeuer. Ich erbarme mich und erlöse es von seinem Leid. Aus, kleines Licht!

4/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s