Within Temptation – Hydra

WT Hydra

David Timsit

Label: BMG
Spielzeit: 49:16

Es gibt in der Pop-Musik eine häufig angewandte Grundformel: Substanz raus, Cheesiness rein und alles möglichst dick aufblasen. WITHIN TEMPTATION sind in ihrem Genre seit mehreren Jahren ganz vorne dabei, wenn es darum geht diese Formel zu bemühen. Da es aber süßlicher und anbiedernder  nicht mehr ging, ohne das Feld Female / Symphonic Metal komplett zu verlassen, hat man es sich diesmal zum Ziel gesetzt ein paar kontrollierte Ecken und Kanten zu platzieren um die Karten neu zu mischen. Da man kommerziell wohl dennoch nichts anbrennen lassen wollte und bereits die 2007er Kollaboration mit Keith „Mina“ Caputo – „What Have You Done “ – die Kasse nachweislich zum klingeln brachte, platziert man derer nun gleich vier(!) auf der Scheibe. Und so stehen am Anfang der Playlist, in Reih und Glied angeordnet, die Moneymaker-Tracks „Dangerous“, „And We Run“ und „Paradise“ mit den Gastsängern Howard Jones (Ex-Killswitch Engage), Xzibit und Tarja Turunen. Hinten raus gibt es dann noch ein Duett mit Soul Asylum Fronter Dave Pimer. Wobei speziell das Xzibit Feature wie eine eingekaufte Rotationsgarantie im Musik-TV wirkt. Das ist kein künstlerisch wertvoller Crossover, lediglich ein dekadenter Bonzen-Cocktail mit sich beißenden Zutaten. Nach diesem Prollo-Breitwand Einstieg gibt es mit „Edge Of The World“ eine Halbballade zu hören, die es schafft so unterkühlt daherzukommen, dass man als Hörer für fünf Minuten das fühlen vergisst. Beim folgenden „Silver Moonlight“ hat man wiederum den Eindruck Sharon den Adel würde versuchen die metallischen Ambitionen ihrer Bandkollegen gezielt zu sabotieren, jegliches Tempo und jede Aggression mit betont laid back gehaltenen Vocals zu unterdrücken und erst beim schmalzigen Endpart Ambitionen zu entwickeln. Und so pop-rockt sich „Hydra“ mit früh verschossenem Pulver unspektakulär durchs letzte Viertel, lässt lediglich hier mal ein passables Riff verlauten, dort mal eine nette Melodie ertönen und macht dabei eine vordergründig solide Figur. Die beteiligten Musiker, sowie die Crew hinter der Produktion dürfen sich allesamt für professionelle Arbeit von internationalem Standard auf die Schulter klopfen. Respektables Handwerk, abgebrühtes Marketing-Konzept. Zwar null authentisch, austauschbar und substanzlos, aber der Erfolg wird den Niederländern abermals recht geben.

5/10

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