„Cross Purposes“ von Black Sabbath wird 20 Jahre alt



Wer heute an die Vergangenheit der britischen Rock-Legende zurückdenkt hat unweigerlich verblichene Bilder von vier Schlaghosen-Kids aus England vor dem geistigen Auge. Als Kind der 90er kannte man diese klassischen BLACK SABBATH jedoch hauptsächlich aus Papas Plattenkiste. 1994 war Grunge das dominante Thema der Rock Musik und Ozzy Osbourne brütete gerade darüber wie er seine Solokarriere neu beleben könne, woraus ein Jahr später das zwanghafte modern wirkende „Ozzmosis“ entstand. In Birmingham hingegen setzte man nach wie vor auf die bewährte Formel der End-80er. Die Truppe rund um Tony Iommi bestand mittlerweile aus dem zurückgekehrten Ur-Mitglied Geezer Butler am Bass, sowie Tony Martin, der auf „Cross Purposes“, nach einem kurzen Intermezzo von Ronnie James Dio („Dehumanizer“), sein viertes von fünf Sabbath-Alben einsingen sollte. Diese Scheibe feiert nunmehr seinen 20. Geburtstag und ist für die heutige Generation somit auch schon ein Oldie. 1994 klang die Mischung aus Retro-Riffs, atmosphärischen Soundsphären und kernigem Gesang zwar auch nicht so frisch wie der heiße Scheiß aus Seattle, aber dennoch durchaus zeitgemäß. Man schaffte hier den Spagat alte Fans mit Reminiszenzen an klassische Trademarks zu erfreuen und gleichzeitig ein breites Publikum mit gefälligem Hard Rock der Marke Savatage (in der Zakk Stevens Variante) zu bedienen. Das reichte immerhin für Platz 32 der deutschen Media Control Charts.

Black Sabbath 1994

Im Hinblick auf das Songwriting ist „Cross Purposes“ sicherlich das stärkste 90er Werk der Briten geworden. Hymnen wie der Titeltrack, Experimente der Marke „Virtual Death“ (mit deutlichem Alice In Chains Einschlag), die Uptempo-Nummer „Immaculate Deception“ oder die schöne Ballade „Dying For Love“ sind durch die Bank hochkarätige Tracks, die unterm Strich eine stimmige und abwechslungsreiche Mischung ergeben. Für „Evil Eye“ konnte man gar inoffiziell Eddie Van Halen für das Songwriting gewinnen, welcher aus geschäftlichen Gründen jedoch nie in den Credits auftauchte.

Auch wenn die Ur-Besetzung mit „13“ gerade erfolgreicher denn je ist, lohnt sich ein Blick in die mittlere Schaffensphase der Band. „Cross Purposes“ mag heutzutage ein wenig angestaubt und cheesy klingen, gehört aber in jede gut sortierte Plattensammlung.

 David Timsit

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