Xandria – Sacrificium

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David Timsit

Label: Napalm Records
Spielzeit: 66:35

XANDRIA ist eine Band die seit ihrem Bestehen schon viele Farben und Fomen durchschritten und beim letzten Album „Neverworld’s End“ einen Zwischenstopp im Nightwish-Universum eingelegt hat. Dafür gab es viel Lob ob der gelungenen Imitation und ebenso viel Schelte für das dreiste Unterfangen. Nur knapp drei Jahre hielt die Konstellation mit dem damaligen Neuzugang Manuela Kraller am Mikrofon. Diese verliess die Band unerwartet Ende 2013. Der erhoffte Durchbruch gelang zudem auch mit der neuen Bombast-Ausrichtung nicht. Ein solider Platz 43 in den deutschen Albumcharts sprang zwar heraus, die eigene Bestmarke („India“, 2005, Platz 30) bleibt jedoch unerreicht. Aufgrund dessen sollte man meinen, dass bei XANDRIA erst mal Verdruss gegenüber allzu plakativem Kirmes-Metal herrscht, jedoch bleibt man der eingeschlagenen Marschrichtung mit „Sacrificium“ im wesentlichen treu.

Dramaturgisch mutig steigen die Bielefelder um Neuzugang und Sängerin Nummer Vier Dianne van Giesbergen mit einem zehnminütigen Schwergewicht ein – dem Titeltrack „Sacrificium“. Stimmlich agiert die neue Vokalistin weniger präsent und nach vorne gehend. Die häufigen Chor-Arrangements verschleiern jeden Ansatz eines Leadgesangs, so dass die etwas dünne Stimme der Frontdame häufig nicht wirklich ins Gewicht fällt. Kompositorisch wirkt das Material müde, einfallslos und formatiert. Bereits die dritte Nummer „Dreamkeeper“ führt zu einem qualitativen Bruch. Windiger, leerer Schunkel-Rock mit Dosenkleister, den kein Mensch braucht. In die gleiche Kategorie fällt das einschläfernde „Come With Me“. Die ruhigeren Klänge sind hier keine etwaige Rückbesinnung auf alte Stärken, vielmehr das Rezept vom Vorgänger mit angezogener Handbremse.

„Sacrificium“ ist selbst Fans nur unter Vorbehalt zu empfehlen. Orientierungslos und allzu routiniert schippern XANDRIA hier durch die Besetzungskrise. Land scheint nicht in Sicht. An den Namen der Sängerin sollte man sich besser nicht gewöhnen – Argumente für einen längeren Aufenthalt als ihre Vorgängerin liefert sie aus musikalischer Sicht jedenfalls nicht.

4/10

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