Judas Priest – Redeemer Of Souls

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David Timsit

Label: Sony Music Entertainment
Spielzeit: 61:31

Sound-Fetischisten in Deckung! Meint man zunächst, das Intro vom Opener „Dragonaut“ hätte irgendeinen miesen Filter auf der Gitarre, so stellt man nur wenige Sekunden später fest, dass dies der tatsächliche Gitarrensound des Albums ist. Generell wummert die Produktion in den Tiefmitten, als hätte man sich Mix und Mastering gespart und das Ding direkt als Rough Mix ins Presswerk geschickt. Ebenso trüben Dynamiksprünge durch falsch eingestellte Kompressoren das Gesamtbild. Hier hat jemand offensichtlich ein Demo in ein hübsches Cover gepackt und auf die Menschheit losgelassen. Offenbar geht man bei Bands der Größenordnung Metallica oder JUDAS PRIEST davon aus, dass handwerklich nicht mehr Mühe notwendig ist und das Marketing den Rest machen soll. Musikalisch erwartet den schmerzresistenten Hörer eine Rückbesinnung auf frühe 80er Klänge. Sogar eine 70er Reminiszenzen haben es auf die Scheibe geschafft, wie bspw. das bluesige „Sword Of Damocles“. Den Spirit des jüngeren Ichs hat man über weite Strecken tatsächlich authentisch und ansprechend konserviert. Halford ist überwiegend gut bei Stimme, singt jedoch auch meist in bequemen Lagen. Vereinzelte Screams wie bei „Metalizer“ zu hören, wirken arg künstlich und zurückgenommen. Klanglich ist dieser Song im übrigen die Vollkatastrophe des Albums. Da passt nichts mehr. Die Brumm-Gitarren drücken das Schlagzeug weg, schmerzen durch merkwürdigen Flanger-Einsatz in den Ohren, der wie eine vermatschte Kopie des „Turbo Lover“ Sound rüberkommt und von rechts bricht plötzlich ein zu lautes Solo aus der Membran. An Selbstzitaten spart man sowieso nicht. „Secrets Of The Dead“ ist bspw. „Touch Of Evil“ in dilettantisch. Einen kleinen Lichtblick bietet man am Ende in Form des recht flotten „Battle Cry“. Hier harmoniert das Gesamtkonstrukt deutlich besser miteinander und wirkt nicht so billig zusammengeschustert wie der Rest. Die verhallte 70er Ballade „Beginning Of The End“ könnte das Album nicht besser umschreiben. Die Ansätze wären da gewesen, leider verhindert eine unfassbar schludrige Umsetzung größeres. Schade drum.

5/10

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