Life Of Agony & Support (Köln, Essigfabrik – 05.12.2014)

LOA-Cologne-Essigfabrik

Es ist ein merkwürdiges On- & Off-Ding das LIFE OF AGONY seit etwa 10 Jahren fahren. Die ehemalige Hardcore Band, die zwischen Mitte und Ende der 90er Jahren mit Ausnahmesänger Keith Caputo große Erfolge feierte und sich zunehmend zu einer Alternativ Rock Band entwickelte, ist heute eher als gelegentlich aktives Freizeitprojekt zu betrachten.

Deshalb war mein Bedürfnis die Band anno 2014 ein weiteres eine ihrer Reunion-Shows abfeiern zu sehen eher gering. Dazu kommt der Umstand, dass die Kölner Essigfabrik nicht zu meinen Lieblings-Locations gehört.

LIFE OF PAYGONY

Ein Rundgang zum Einlass ließ mich jedenfalls schon mal mit heruntergeklappter Kinnlade zurück. Wie wäre es mit einem Shirt für nur 30 €? Oder ein vollgekrakeltes Drumfell für 100 €? Da geht man doch mal lieber an die Theke, nur um kurz darauf festzustellen, dass ein Whiskey-Cola nun die Höchstmarke von 7 € erreicht hat. Andere Hobbys darf man bei solchen Preisen jedenfalls nicht mehr haben.

VORGEPLÄNKEL

Glücklicherweise gehen immer mehr Veranstalter dazu über Packages auf die Straße zu schicken, die wirklich attraktiv für die Besucher sind. Nicht so an diesen Abend. Warum sich die französischen Langweiler von THE DISTANCE auf diese Tour eingekauft haben, nur um europaweit ihre Überflüssigkeit zu demonstrieren, wissen wohl nur sie selbst. Etwa die Hälfte der später Anwesenden sparten sich dieses Debakel in weiser Voraussicht und erschienen erst gar nicht rechtzeitig.

Wesentlich besser machten es anschließend DIABLO BLVD aus Belgien. Stilistisch passte die Band mit ihren Volbeat-Anleihen auf jeden Fall besser ins Konzept, als die 3-Akkord-Standmusikanten vor ihnen. Frontman Alex Agnew neigte hier und da etwas zu Übertreibungen und den ganz großen Gesten, die in diesem Rahmen nicht immer angemessen schienen, aber man demonstriert so zumindest, Bock zu haben und konnte auch musikalisch ganz solide abliefern. Die mittlerweile gut gefüllte Halle quitierte den Auftritt immerhin mit respektvollem Applaus.

SHOWTIME

Der Moment, in dem Life Of Agony die Bühne betraten, war der Moment an dem der Abend sich zum guten wandte. Wer hier eine müde Altherren-Show erwartete, war falsch gewickelt. Im Gegenteil hat man die New Yorker nie in so guter Form gesehen wie aktuell. Vor allem Frontdame Mina Caputo (alias Keith Caputo) war derart gut bei Stimme, dass man die meisten Songs endlich auch mal live so zu Ohren bekam, wie sie ursprünglich gedacht waren. Eine so fehlerfreie, offenherzige Performance habe ich persönlich noch nie von Caputo gesehen. Gleich mit dem Einstieg „River Runs Red“, „This Time“ und „Method Of Groove“ packte man das Publikum bei den Eiern und spielte die Songs so tight wie selten. Da störte es auch nicht, dass Mina Caputo mittlerweile ein recht feminines Stageacting hinlegt. Die Stimme war dafür umso mehr auf den Punkt. Diesmal wurden Fans aller Alben entsprechend bedient. Mit „Other Side Of The River“, „Bad Seed“ oder dem griffigen „Weeds“ rockte man sich quer durch die eigene Diskographie. Sogar „Love To Let You Down“ und „Day He Died“ vom Spätwerk „Broken Valley“ schafften es auf die Setlist.

Das Highlight für Fans der Solokarriere von Mina Caputo dürfte das kurze Akustik-Set gewesen sein, bestehend aus einem wundervoll dargebotenen „My Mind Is Dangerous“ und Minas Eigenkomposition „Over The Moon“.

Nach dieser letzten Verschnaufpause folgten die Klassiker „Through And Through“ und „Underground“ zum Schluss. Danach verschwand die Band von der Bühne und fand sich kurz darauf am Merch-Stand ein. Zugaben folgten nach dem etwa 90-minütigen Set keine mehr.

MASSENMENSCHHALTUNG

Wie in vielen größeren Locations mittlerweile üblich, hatte die freudetaumelnde Meute nicht viel Zeit das Geschehen auf sich wirken zu lassen, denn schon kamen die Security-Hirten mit ihren rot-weißen Absperrbändern angerückt und trieben die Fan-Schäfchen nach draußen. Muss man sich sowas als erwachsener Mensch mit Stolz und Würde wirklich bieten lassen? Es wäre interessant zu sehen was passieren würde, wenn sie dies in der Oper oder Philharmonie probierten. Es ist ihnen jedenfalls zugute zu halten, dass sie während des Konzerts zumindest gut auf meine gehbehinderte Begleitung acht gegeben haben. Unterm Strich – viel ärgerliches Drumherum. Dem gegenüber steht eine hervorragende L.O.A.-Show, die vieles davon rechtfertigte, jedoch sollten wir uns gesondert nochmal über Preise, Vorband-Auswahl und Saalräumungsaktion unterhalten. Denn das sind Ärgernisse, die immer wieder auftreten und einem auch das beste Konzert vermiesen können.

Advertisements

Psilocybe Larvae – The Labyrinth Of Penumbra

The Labyrinth Of Penumbra

David Timsit

Label: Buil2Kill Records
Spielzeit: 42:20

PSILOCYBE LARVAE sind eine russische Dark Metal Combo, die schon seit 1996 ihr Unwesen im größten Staat der Welt treibt. „The Labyrinth Of Penumbra“ ist das vierte Werk, das bislang das Licht der Welt erblickt hat. Bereits zum zweiten Mal hat das anspruchsvolle Quintett rund um Mastermind Larv nichts anbrennen lassen und das Album in den New Yorker Cutting Room Studios mastern lassen. Das Ergebnis kann sich hören lassen – der Sound ist stets transparent, breit und dabei organisch. Doch wichtiger ist natürlich die Musik an sich und diese ist in ihrer unkitschigen Melancholie und filigranen Machart in der Tat so eigenständig, dass sich nur schwer Referenzen ausmachen lassen. Es werden bisweilen ähnliche Emotionen transportiert wie bei älteren Katatonia Scheiben, harmonisch schlägt man jedoch vielseitigere Töne an. Da klingt zum einen die gute, alte Prog-Schule durch, aber auch der Black Metal dürfte einige Spuren im Schaffen der Band hinterlassen haben. Ebenso wenig scheut man sich das Songmaterial hier und da um einige Loops anzureichern. Dass man diese Komplexität nicht beim ersten Durchgang fassen kann, versteht sich von selbst. PSILOCYBE LARVAE bieten dem Hörer keinen catchy Aufhänger an, die Musik will erarbeitet werden. Die überwiegend nicht wirklich langen Tracks, wirken aufgrund ihrer Strukturen monströser, als sie sind. Gut, dass man da immer wieder Erholungspausen in Form akustischer Versatzstücke eingestreut hat und zur Mitte mit „Into The Labyrinth“ zumindest einen Song abliefert, der durch eine gewisse Griffigkeit, vergleichbar mit Opeth zu Blackwater Park Zeiten, direkt hängenbleibt. Gesanglich liefert Larv ebenfalls ein interessantes Wechselspiel zwischen cleanen und gegrowlten Vocals ab, ist hierbei aber wesentlich expressionistischer und pathetischer als Akerfeldt oder viele seiner Kollegen im alternativen Dark Metal Genre, was zuweilen ein gewisses Moonspell-Feeling erzeugt.

Die Band tourt überwiegend in östlichen Ländern wie ihrem Heimatland, Tschechien oder Polen. Wer die Gelegenheit hat sich die Band in derlei Gefilden live anzusehen, sollte diese unbedingt wahrnehmen. PSILOCYBE LARVAE sind eine dieser seltenen Bands, die wirklich neues und fortschrittliches abliefern und dabei nicht direkt so experimentell zu Werke gehen, dass man ihnen nicht mehr folgen könnte. Diese Truppe ist ein wunderbar bereichender Farbklecks in der Musiklandschaft, der vielleicht noch ein klein wenig Politur fehlt, um auf breiterer Ebene nachhaltig wahrgenommen zu werden.

8/10

The Gathering – Disclosure

David Timsit

Label: Psychonaut Records
Spielzeit: 52:09

THE GATHERING gehörten einst zu den unfreiwilligen Vorreitern dessen, was heutzutage allgemein den Stempel „Female Fronted“ erhält. Während mit dieser Bezeichnung im Laufe der Zeit ein immer enger abgesteckter Stil einherging, haben die Niederländer seit ihren besten Tagen die Freiheit zu tun und lassen was immer ihnen beliebt. So durchschritt die Band gleich mehrere Metamorphosen bis zu dem Sound, der mit dem neuen Album „Disclosure“ aus den Boxen tönt.
Es handelt sich um das zweite Werk mit Silje Wergeland am Mikrofon. Im Gegensatz zu ihrer populären Vorgängerin Anneke Van Giesbergen, hat Silje ihre Stärken in den ruhigen und intimen Momenten. Dementsprechend weit hat sich die Musik von The Gathering mittlerweile von ihren Wurzeln entfernt. Songs wie „Meltdown“ oder „Gemini I“ sind schon nahe am Easy Listening Pop, während man Rock-Elemente eher nuanciert einsetzt. Selten erhebt sich das Material dynamisch zu kontrastreichen Spitzen, wie bspw. in „Missing Seasons“. Das führt ab etwa der zweiten Albumhälfte zu ersten Ermüdungserscheinungen beim Hörer. Aufgeweckt wird man erst wieder beim vorletzen Song „Paralyzed“, welcher sich zum Ende hin zu einer sich immer weiter hochschaukelnden Post-Rock Nummer steigert. Mit „Gemini II“ verfällt die Scheibe anschließend wieder in ihren vorangegangenen Trott.
„Disclosure“ ist ein Album das sich als passive Untermalung für ruhige Momente des Lebens anbietet. Ein bewusstes Zuhören gestaltet sich mangels Abwechslung und Kontraste schwierig. Es fehlen die Höhen und Tiefen, welche ein melancholisches Werk zu einem großen macht. Silje Wergeland vermag mit ihrer luftigen Weiblichkeit einen Hauch von Romantik zu versprühen, aber emotional bleibt die Musik weitestgehend an der Oberfläche. Wer sich gerne mit atmosphärischen Klängen aus der alternativen Ecke berieseln lässt, mag in „Disclosure“ ein annehmbares Album sehen. Die Bitterkeit von Portishead, die epische Weite von Sigur Rós, oder die emotionale Schwere von Antimatter sollte man hier aber nicht erwarten.

6,5/10

Snovonne – Zwischen den Welten zuhause

Wenn man sich heutzutage in der Musiklandschaft umsieht, mag man bisweilen den Eindruck bekommen, dass der ehemals so gefährliche Rock ‚N Roll mittlerweile ein nüchternes Selbstvermarktungsgeschäft ohne große Überraschungen oder Skandale geworden ist. Nicht so SNOVONNE. Diese Frau ist zweifellos gefährlich. Um Besonderheit muss sie nicht bemüht sein – Snovonne ist Musikerin mit Leib und Seele und ihr Charisma haftet an ihr wie eine zweite Haut. Und vor allem ist sie eine sich selbst verwirklichende Künstlerin. Ein Alleinstellungsmerkmal in einem Genre, welches Frauen meist nur als blass-buntes Vorzeige-Accessoire inszeniert. Mit einer Attitüde zwischen Dresden Dolls und Marylin Manson ausgestattet präsentiert sie dem Hörer mit „The Nightmare Bride“ ihre persönliche Vision von düsterem Rock. Für gothic-metal.com ließ die Dame den Schleier ihrer unnahbaren Aura fallen und plauderte mit mir über die Hintergründe ihres Schaffens.

Hi Sno, in deiner Biographie gibst du an zwischen vier Ländern zu pendeln: England, Deutschland, USA und Slowakei – bist du eine heimatlose Nomadin oder mittlerweile einfach überall zuhause?

Ein wenig von beidem denke ich. Manchmal fühle ich mich etwas heimatlos, auf der anderen Seite habe ich mir das nun mal so ausgesucht. Ich reise gerne und bin froh, dass mich keine besonderen Zwänge an einen bestimmten Ort binden. Im Moment lebe ich in den USA und fühle mich dort auch daheim. Die Slowakei ist das Land in dem ich aufgewachsen bin und es ist insofern meine Heimat, als dass dort meine Familie und Freunde leben. Meine Musik- Karriere dort auszuleben käme für mich nicht in Frage, auch wenn ich es liebe in dem Land aufzutreten.

Deine Musik ist eine bizarre wie eingängige Mischung aus Singer- / Songwriter Strukturen und modernem Rock mit Metal und Industrial Elementen. Wo siehst du deine Einflüsse, angefangen von den ganz frühen bis zu den heutigen?

Ich habe schon immer alles gehört, was mir in die Hände fiel. Ich liebe gute, ehrliche Musik. Ich bin mit Classic Rock, Pop, sowie R&B aufgewachsen. Im Alter von 11-12 kam ich mit Metal in Berührung. Ich war immer ein großer Marylin Manson Fan, zumindest bis auf die letzten beiden Alben. Sorry Mr. Manson (lacht). Ich liebe Bands wie Nine Inch Nails, Slipknot, Kingdom Of Sorrow, Sick Of It All und Gojira. Seit neuestem bin ich auch ein großer Fan von Raunchy. Meine weiblichen Lieblings-Sänger sind Künstlerinnen wie Mary J. Blige, Aretha Franklin oder Joss Stone. Ich fühle mich nicht allzu sehr inspiriert von diesen straighten und cleanen Vocals, wie sie bei Sängerinnen im Metal-Bereich üblich sind. Ich mag es mehr groovy. Kompositorisch fühle ich mich jedoch im härteren Bereich zuhause. Ich versuche aber immer Elemente aus verschiedenen Genres beizumischen. Hauptsächlich von Soul und Jazz.

Wer oder was ist Snovonne eigentlich? Eine Kunstfigur? Ein authentisches Abbild deiner Person?

Es ist ein Künstlername, den ich mir bereits als Kind ausdachte. Zunächst nannte ich mich „Snowhite“, aber das war mir dann zu klischeehaft. Ich blieb also bei „Sno“ – wie mich die meisten bis heute nennen – und ergänzte es mit „vonne“. Ich bin keine andere Person, wenn ich Musik mache. Ich schreibe Songs seit meiner Jugend. Es ist meine Art und Weise Dinge zu verarbeiten und Zeit zu verbringen. Irgendwann begannen verschiedene Leute zu mögen was ich tue, ich begann Shows zu spielen und nun stehe ich hier. Eine ziemlich authentische Geschichte also.

Trotz der verspielten Elemente und der verschiedenen Stimmung auf „The Nightmare Bride“ wirkt das Album auf eine stimulierende Art und Weise verstörend und düster auf mich. Das liegt vor allem an den einnehmenden Texten und dem Kontrast, den sie teilweise zur Musik darstellen. Wie schreibst du Musik? Komponierst du um Texte herum, oder sind die Melodien zuerst da?

Kommt darauf an. Normalerweise denke ich an bestimmte Worte, die mich automatisch zu einer gewissen Rhythmik und Melodieführung bringen. Das ist dann mein Ausgangspunkt. Es kommt jedoch auch vor, dass mal zuerst eine Melodie oder ein kompletter Text vorhanden sind.

Auf „It Will“ hast du mit Björn „Speed“ Strid (Soilwork) einen prominenten Gast auf der Scheibe, dessen Stimme sich interessant in deinen Stil einfügt. Wie kam es zu diesem Feature?

Ich war auf der Suche nach einem männlichen Gastsänger, der für diesen Song mein anderes Ich darstellt. Es sollte jemand sein, der sowohl aggressiv als auch sanft singen kann. Björn war einer der ersten, der mir in diesem Zusammenhang in den Sinn kam. Mein Co-Produzent, Eric Koondel, stellte Björn meine Arbeit vor, er mochte es und willigte ein den Part zu übernehmen. Ich bin sehr glücklich darüber, da ich wirklich denke, dass er den Song perfekt ergänzt.

Vielen Dank für das Interview, Sno. Bitte ergänze zum Abschluss folgende Zitate:

„Wer nicht in die Welt passt ist nahe daran sich selbst zu finden“ (Herrmann Hesse, Demian)

Ja, das ist wahr. Wer angepasst ist, macht es sich meist zu bequem in seiner Welt und tendiert dazu mit dem Finger auf andere zu zeigen.

„Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen zu 2 Prozent aus Moral, 48 Prozent aus Hemmung und 50 Prozent Neid.“ (Friedrich Nitzsche)

Ja, oftmals. Ich denke letztlich kommt es darauf an, dass man sich mit sich selbst auseinandersetzt und auf sich klarkommt. Und Neid hat sowieso noch nie jemandem geholfen.

„Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen.“ (Sigmund Freud)

Manchmal denke ich beides ist das gleiche und von daher gleich wichtig.

David Timsit

Snovonne – The Nightmare Bride

David Timsit

Label: Rogue Records
Spielzeit: 67:05

Was passiert wenn man Fiona Apple mit Marylin Manson paart, als Begleitbands die Dresden Dolls, sowie Life Of Agony engagiert und das Ganze von Dani Filth produzieren lässt? Klingt verwirrend? Ist aber nur ein grober Umriss dessen, was euch auf dem zweiten Album von SNOVONNE erwartet. Die eigenwillige Weltenbummlerin, deren verschiedene Wohnsitze sich in Deutschland, England, USA und Slowakai befinden, ist eine absolute Ausnahmekünstlerin mit einer komplett eigenen Vision von düsterem Rock. Da haben sowohl ausgedehnte Singer- /Songwriter Passagen ihren Platz, wie aggressive Industrial-Parts, donnernde Metal-Gewitter und Movie Score Elemente. Das Album kreiert eine besondere, bedrohlich wie verspielte Atmosphäre. Es ist feminin, tough, zynisch, aggressiv und fragil gleichermaßen. Es lässt bei aller Distanziertheit der Bühnen-Figur Snovonne tief in die ambivalente Struktur der Künstlerseele dahinter blicken. Jede musikalische Wendung, jedes hauchen, flüstern und schreien verrät ein Stück mehr des Puzzles. Man fühlt die Person hinter der Musik.
Die Produktion fängt den Charakter des Albums hervorragend ein. Dreckig, aber druckvoll. Warm aber definiert. Mit stolzen 17 Tracks ist die CD randvoll gefüllt und dennoch vergeht die Zeit wie im Flug. Die interessanten aber nie unnötig verkünstelten Songstrukturen halten die Spannung auch über so eine lange Distanz durchgehend aufrecht. „The Nightmare Bride“ ist ein Album das sich wichtig und relevant anfühlt. Eines das man am Stück hören möchte, statt nur die Rosinen herauszupicken. Vor allem ist es ein Album einer sträflich unterbewerteten Künstlerin, das ihr gehört haben solltet. Am besten heute noch.

9,5/10

10.07.2012 – Anathema / Antimatter: Zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne

Ein kleines Stück Musikgeschichte wird auf Leipziger Boden geschrieben, wenn sich die durch musikalische und personelle Bande miteinander verknüpften Bands ANATHEMA und ANTIMATTER am 21. Juli im Geyserhaus erstmals die Bühne miteinander teilen.

Antimatter haben erst kürzlich ihren Plattenvertrag mit Prophecy Productions verlängert und sind mit dem Feinschliff des nächsten Albums „Fear Of A Unique Identity“ beschäftigt, während Anathema bereits seit einigen Monaten mit ihrem Album „Weather Systems“ im Gepäck auf Tour sind.