Danger Zone #006 – Live & Loud

Danger Zone 006

Die Ausgabe #006 des DANGER ZONE Podcasts ist online!

Das kürzeste Festival der Welt! Jetzt vorglühen für die Festival-Saison mit einem 53-minütigen Mix aus den besten Metal Live-Alben aller Zeiten!

Direktlink: #006 – Festival Edition (Live & Loud)

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Danger Zone #005 – Heißer Stahl

Danger Zone 005

Die Ausgabe #005 des DANGER ZONE Podcasts ist online! Unter anderem erwartet euch:

– Exklusives Oldschool-Remaster des neuen METALLICA Tracks „Ronnie Rising Medley“ (Black Album Style)
– die neuesten Releases von GAMMA RAY, ARCH ENEMY, EDGUY uvm.

Direktlink: #005 – Heißer Stahl

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Psilocybe Larvae – The Labyrinth Of Penumbra

The Labyrinth Of Penumbra

David Timsit

Label: Buil2Kill Records
Spielzeit: 42:20

PSILOCYBE LARVAE sind eine russische Dark Metal Combo, die schon seit 1996 ihr Unwesen im größten Staat der Welt treibt. „The Labyrinth Of Penumbra“ ist das vierte Werk, das bislang das Licht der Welt erblickt hat. Bereits zum zweiten Mal hat das anspruchsvolle Quintett rund um Mastermind Larv nichts anbrennen lassen und das Album in den New Yorker Cutting Room Studios mastern lassen. Das Ergebnis kann sich hören lassen – der Sound ist stets transparent, breit und dabei organisch. Doch wichtiger ist natürlich die Musik an sich und diese ist in ihrer unkitschigen Melancholie und filigranen Machart in der Tat so eigenständig, dass sich nur schwer Referenzen ausmachen lassen. Es werden bisweilen ähnliche Emotionen transportiert wie bei älteren Katatonia Scheiben, harmonisch schlägt man jedoch vielseitigere Töne an. Da klingt zum einen die gute, alte Prog-Schule durch, aber auch der Black Metal dürfte einige Spuren im Schaffen der Band hinterlassen haben. Ebenso wenig scheut man sich das Songmaterial hier und da um einige Loops anzureichern. Dass man diese Komplexität nicht beim ersten Durchgang fassen kann, versteht sich von selbst. PSILOCYBE LARVAE bieten dem Hörer keinen catchy Aufhänger an, die Musik will erarbeitet werden. Die überwiegend nicht wirklich langen Tracks, wirken aufgrund ihrer Strukturen monströser, als sie sind. Gut, dass man da immer wieder Erholungspausen in Form akustischer Versatzstücke eingestreut hat und zur Mitte mit „Into The Labyrinth“ zumindest einen Song abliefert, der durch eine gewisse Griffigkeit, vergleichbar mit Opeth zu Blackwater Park Zeiten, direkt hängenbleibt. Gesanglich liefert Larv ebenfalls ein interessantes Wechselspiel zwischen cleanen und gegrowlten Vocals ab, ist hierbei aber wesentlich expressionistischer und pathetischer als Akerfeldt oder viele seiner Kollegen im alternativen Dark Metal Genre, was zuweilen ein gewisses Moonspell-Feeling erzeugt.

Die Band tourt überwiegend in östlichen Ländern wie ihrem Heimatland, Tschechien oder Polen. Wer die Gelegenheit hat sich die Band in derlei Gefilden live anzusehen, sollte diese unbedingt wahrnehmen. PSILOCYBE LARVAE sind eine dieser seltenen Bands, die wirklich neues und fortschrittliches abliefern und dabei nicht direkt so experimentell zu Werke gehen, dass man ihnen nicht mehr folgen könnte. Diese Truppe ist ein wunderbar bereichender Farbklecks in der Musiklandschaft, der vielleicht noch ein klein wenig Politur fehlt, um auf breiterer Ebene nachhaltig wahrgenommen zu werden.

8/10

Macbeth – Neo-Gothic Propaganda

McBeth

David Timsit

Label: Dragonheart
Spielzeit: 44:59

Ist das ein Dolch, was ich vor mir erblicke? Oder nur ein stumpfer Silberling? Geschwind wage ich den Selbstversuch. Wenigstens ist’s ein echter Silberling in erkalteten, digitalen Zeiten. Unkörperliches Blendwerk, fort! Und siehe da – Kessel brodelt, Feuer zischt. Das Produktions-Handwerk zeugt von gewissenhafter Qualität. Wäre da nicht der Sangesbarde – ein Blödling voller Klang und Wut. Was theatralisch hier vergeht im Mitleid mit dem Selbst, ist in all seiner Inbrunst nur ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht. Sein Stündchen auf der Bühn‘ und dann nicht mehr. Doppelt plagt euch, mengt und mischt – auch das Weib bleibt dem Klagelied nicht fern, umgarnt es mit mütterlichem, Trost spendenden Gemüt, so dass vom Zorne des Barden nichts mehr bleibt. Doch der badet sich erbost im Trommelwirbel, windet sich und schreit, will in erlähmender Fürsorge nicht ertrinken. Zu spät. Wie Kleister kleben Melodien honigsüß an Haut und Haar. „Domga“: Erstickte Klänge verlorener Leidenschaft aus trockener Kehle gepresst – ein Hauch von Leben und Befreiung auf den Lippen.  Dann wird es wieder matt. Ein Strohfeuer. Ich erbarme mich und erlöse es von seinem Leid. Aus, kleines Licht!

4/10

Running Wild – Resilient

rw_resilient_2013

David Timsit

Label: SPV
Spielzeit: 59:58

Kaum ein Metal-Musiker hat es sich über die Jahre mit seinen Fans so verschissen wie der Einzelkämpfer Rolf Kasparek. Zuletzt hatte man nur noch das Gefühl, dass der Mann in seinem Keller sitzt und per unbeholfenem Homerecording seine eigene Vergangenheit karikiert. Zur  offensichtlich reduzierten Produktionsweise fiel kaum ein ehrliches Wort in Interviews. Es folgte nach viel Kritik und Inspirationslosigkeit der Rücktritt im Jahr 2009, ein merkwürdiges Party-Rock Experiment namens „Toxic Taste“, dann der Rücktritt vom Rücktritt mit dem 2012er Album „Shadowmaker“, das unverständlicherweise wieder mit Plastik-Produktion und schwachem Songwriting daherkam. Anschließend tobte sich Rock ‚N Rolf bei einem zweiten Nebenprojekt namens Giant X aus, das ihm nach eigener Aussage Frische und Spielfreude zurückgab. Nun ist „Resilient“ da und soll alles besser machen.

Zunächst muss man anerkennen, dass sich das Album erstmals seit „The Rivalry“ wieder nach einem Band-Album anhört, auch wenn es genau genommen nach wie vor eine Eigenproduktion mit einigen Gastbeträgen darstellt. Musikalisch machen sich die vorangegangenen Ausflüge  in rockigere Gefilde zum Teil bemerkbar und kontrastieren die gleichermaßen vorhandenen Signature-Riffs und Doublebass-Tracks. Das klingt alles wirklich nicht schlecht und Nummern wie der klassische Brecher „The Drift“ oder der Stampfer „Run Riot“ sind sogar die stärksten Kompositionen seit Mitte der 90er. Problematisch ist allerdings der Umstand, dass die Umsetzung in manchen Aspekten schlampig wirkt. So taucht hier mal eine schiefe Note auf, dort ein brüchiger Gesangspart, da ein wenig geschmackvoll eingesetzter Effekt und auch die Produktion klingt etwas angezerrt und spitz. Das führt unterm Strich zu dem Eindruck, dass hier nichts passiert, das es früher nicht besser und vor allen Dingen feingeschliffener gegeben hätte.

Die Frage ob es das beste RUNNING WILD Album seit mehr als einem Jahrzehnt ist stellt sich nicht. Dafür herzlichen Glückwunsch. Aber als langjähriger Hörer der Band kann  man sich nicht so recht entspannen, weil immer wieder angestrengt klingende oder wenig geschmackvolle Elemente den Hörgenuss trüben. Von den Anlagen her knüpft das Werk an frühe Glanztaten an, hätte es nicht diesen gewissen Demo-Charakter, der es qualitativ runterzieht. Nach all den Fehltritten mag ein annehmbares Album wie eine Neugeburt auf manchen Hörer wirken, höchsten Qualitätsansprüchen genügt „Resilient“ aber nach wie vor nicht und man wird sich wohl damit abfinden müssen, dass angesichts des Alters, dem geringeren Budget und der eigenwilligen Arbeitsweise von Rolf Kasparek heutzutage einfach nicht mehr drin ist.

6,5/10

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Poisonblack – Lyijy

PB2013

David Timsit

Label: Warner Music Finland
Spielzeit: 50:19

POISONBLACK bzw. ihr Label „Warner Music Finland“ scheinen die Priorität dieses Releases außerhalb von Finnland recht gering einzuschätzen. Am Tag der Veröffentlichung konnte man weder bei den großen Händlern, noch bei den einschlägigen Mailorder, geschweige denn digital hierzulande fündig werden. Nicht mal Pre-Order Angebote waren vorzufinden. Auf der Homepage war von einer Verschiebung keine Rede und auf Facebook zieht man es vor finnisch zu kommunizieren. Es scheint fast so, als würde das Album in unseren Breitengraden nicht existieren.

Und gar so spannend ist das Material in der Tat nicht. Wer die letzten Scheiben von Lahiala und seinen Mannen kennt, der weiß direkt was ihn hier erwartet: Schnörkelloser, kerniger Finnen-Rock mit dezenter Sentenced-Note, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt die kompositorische Qualität der Vorgängerband des Frontmans zu erreichen.  Erfreuliche Highlights gibt es dennoch: Die gelungene Halbballade „Maybe Life Is Not For Everyone“ lockert den emotionslosen Einheitsgroove der Scheibe wohltuend auf und lädt zum mehrmaligen Hören ein. Das deepe „Them Walls“ hat ebenfalls Ähnlichkeiten mit einer eigenständigen Komposition. Ansonsten hat man das Gefühl POISONBLACK schreiben mehr Songs, als sie Ideen haben – alles schon mal dagewesen und das meiste davon besser.

Die Frage für die Zukunft der Band sollte nun lauten: Wie viel mehr vom gleichen veträgt die Hörerschaft noch? Die Finnen wären gut beraten ihr Rezept beim nächsten Streich deutlich zu modifizieren. Dann klappts eventuell auch wieder mit internationalem Label-Support. Vielleicht hat Ex-Sänger Juha-Pekka Leppäluoto ja demnächst gerade nichts besseres zu tun?

6,5/10

Katatonia – Dethroned & Uncrowned

KataDethroned

David Timsit

Label: KScope
Spielzeit: N/A

Katatonia ist eine der raren Bands, die nicht nur im Fahrwasser anderer mitschwimmt, sondern vielmehr die Standards für Nachahmer setzt. Als homogenes Kollektiv wohlgemerkt, nicht durch die technischen Fertigkeiten Einzelner. Mit der zunehmenden Annäherung in Richtung Prog-Rock begeben sich die Schweden in ein musikalisch kompetitives Feld, denken aber nicht im Traum daran Musik deshalb als Sport zu betrachten. Die Band bevorzugt seit jeher den Weg der Eleganz und so erscheint es auf den zweiten Blick wenig abwegig, dass man auf die Idee kam das komplette letzte Album als Ambient- / Akustik-Experiment neu aufzulegen. Ganz so sicher scheint man sich der Nachfrage dennoch nicht gewesen zu sein, weshalb man das Projekt vorsichtshalber per Crowdfunding von den Fans vorfinanzieren ließ.

„Dethroned & Uncrowned“ wurde als akustisches Album angekündigt, die Arrangements bestehen allerdings überwiegend aus elektronischen Klangteppichen. Auch die ein oder andere E-Gitarre taucht in Form von Soli hin und wieder auf. Im Mittelpunkt stehen die gefühlvollen und extrem akkurat gedoppelten Vocals von Jonas Renske. Allerdings scheinen hierfür die Original-Aufnahmen verwendet worden zu sein, weshalb hier und da ein etwas zusammengeflickter, unhomogener Eindruck entsteht. Der Remix-Charakter einiger Songs lässt sich nicht von der Hand weisen. Einigen Stücken hätte es durchaus gut getan, würde man sie natürlicher und verletzlicher präsentieren. Auf der anderen Seite gibt es Tracks, die im neuen Gewand ganz hervorragend funktionieren. „The Racing Heart“ war auf „Dead End Kings“ nicht unbedingt ein herausstechender Song, wird hier aber so luftig und entspannt dargebracht, dass man schnell die Lust verliert sich je wieder die Version mit Bratgitarren zu Gemüte zu führen. „Dead Letters“ ist in seiner neuen Form ebenfalls sehr gelungen. Mit einem dezenten 70s Feeling swingt sich der Track mit süßen Harmonien und einem schön trockenen, Gitarren-betonten Refrain in die Gehörgänge. Es gibt aber auch weniger gelungene und arg konstruiert wirkende Momente auf  „Dethroned & Uncrowned“. Die Neuinterpretation von „Buildings“ ist eine solche. Akkord für Akkord stakst man sich hier durch jazzige Gefilde, ohne dass annähernd der Fluss der Vorlage entstünde.

Unterm Strich kann man das Experiment dennoch als gelungen betrachten. In vielen Momenten fühlt man sich an die ruhigeren Momente auf „Night is The New Day“ erinnert. Speziell „Departer“ und „Inheritance“ dürften der Band stilistisch als Orientierung für dieses Projekt gedient haben. Ein wenig mehr Reduktion und Verletzlichkeit wäre an einigen Stellen wünschenswert gewesen und der augenscheinliche Verzicht auf neu eingesungene Vocals hinterlässt einen etwas phlegmatischen Eindruck. Dennoch: Wer die gefühlvolle Seite von Katatonia schätzt, macht mit dem schicken „Dethroned & Uncrowned“ nichts falsch.

8,5/10